THL Multiplikatoren treffen Rettung aus Aufzügen

Am 28.01.2026 fand in den Räumlichkeiten des Landratsamtes Nürnberger Land ein Lehrgang des Ausbildungsbereiches Technische Hilfeleistung des Dienstbezirkes 2 zum Thema Aufzugnotöffnung statt. Nachdem Kreisbrandmeister Frank Schmidt die Teilnehmer begrüßen konnte, übernahm THL-Ausbilder Dominik Kick die Ausbildung. Nach einer kurzen Präsentation zu den verschiedenen Aufzugarten, dem technischen Aufbau der verschiedenen Arten und dem theoretischen Anschneiden des taktischen und technischen Vorgehens, folgte die Ausbildung am „fahrenden“ Objekt.

Hierzu wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe erkundete die Örtlichkeit des Maschinenraumes oder, bei maschinenraumlosen Aufzügen, die in der Türzarge integrierte Steuerung. Die Aufgabe der zweiten Gruppe war es, die Art des Aufzuges festzustellen (Seilaufzug oder Hydraulikaufzug) und die genaue Position der Kabine zu erkunden. Hier galt es dann von Außen einen Erstkontakt zu den eingeschlossenen Personen aufzunehmen, die Schachttüre zur genauen Lagefeststellung der Kabine zu öffnen und, wenn die Kabinenposition es erlaubt, zusätzlich auch die Kabinentüre zu öffnen, um direkt mit den Aufzuginsassen kommunizieren und sich ein Bild über den Zustand der eingeschlossenen Personen machen zu können.

Generell erfolgt vor der Rettung der Personen die Außerbetriebnahme des Aufzuges durch eine der beiden Gruppen. Entweder bei der Feststellung der Aufzugsart an der untersten Haltestelle oder durch die Einsatzkräfte an der Steuerung, je nachdem, wer früher die Möglichkeit dazu hat. Sollte die Kabine in einer Position stehen, in der die Rettung der Personen ohne Gefahr für diese und die Einsatzkräfte möglich ist, so erfolgt die direkte Rettung der Personen. Sollte dies nicht möglich sein, werden die Aufzugtüren wieder geschlossen und der Aufzug von den Einsatzkräften an der Steuerung durch das Lösen der Bremsen oder Ablassen der Hydraulik kontrolliert von Hand zur nächsten Haltestelle verfahren. Dort erfolgt dann die sichere Rettung der Person.
Der Aufzug wird von der Feuerwehr nicht mehr in Betrieb genommen, gekennzeichnet und, falls nicht bereits geschehen, der Störungsdienst des Aufzuges in Kenntnis gesetzt.

Eine entscheidende Rolle zum sicheren Arbeiten trägt hier die Kommunikation zwischen den Einsatzkräften an der Aufzugstüre und denen an der Steuerung bei. Beide Positionen müssen sich hier permanent und professionell absprechen. Aber auch die Funktionen des Aufzuges und der Steuerung muss den Kräften der Feuerwehr bekannt sein und wurde durch diesen Lehrgang vermittelt. Um die verbaute Technik (Führungsschienen, Gegengewicht, Treibscheibe, Sicherheitseinrichtungen, Schachttürverriegelungen usw.), die im Aufzugsschacht verbaut ist, praxisnah vermittelt zu bekommen, bestand die Möglichkeit bei einer kontrollierten handgesteuerten Fahrt auf der Aufzugskabine sich diese Komponenten in Natura anzusehen und deren Funktion erläutert zu bekommen.

Jetzt gilt es, sich über die genaue Funktionsweise, die sich von Aufzughersteller zu Aufzughersteller unterscheidet, der verschiedenen Aufzüge im Einsatzgebiet ein Bild zu machen und auch an diesen zu üben.

Am Lehrgang nahmen folgende Kameraden teil: Michael Brunner, Andreas Büttner und Florian Dierl

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